Indexfonds als „Best Of“ der Weltwirtschaft

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Weltaktienindex MSCI World fasst Aktien der 1.600 größten börsengehandelten Unternehmen aus 23 Industrieländern zusammen.
  • Mit dieser breiten Verteilung bildet der Index einen Großteil der globalen Börsenentwicklung ab. Du kannst schon mit sehr kleinen Beträgen daran teilhaben.
  • Mehrere Anbieter bauen mit ihren ETFs den Weltaktienindex nach. Finanztip empfiehlt zwölf gute ETFs, außerdem zwei ETFs auf den vergleichbaren Index FTSE Developed.

  • Bei der Wertentwicklung nach Kosten unterscheiden sich die ETFs nur geringfügig.

Börsengehandelte Indexfonds auf den Weltaktienindex MSCI World sind ein gutes Fundament für ein gemischtes Anlageportfolio. An der Frankfurter Börse sind Mitte 2021 17 solcher Exchange Traded Funds (ETFs) gelistet. Sie alle versprechen den Anlegern, die Wertentwicklung des MSCI-World-Index möglichst genau nachzubilden. Doch sind die Produkte alle gleich gut? Welches sind die besten ETFs auf den MSCI World?

Warum gibt es verschiedene ETFs auf den MSCI World?

Einen Aktienindex wie den Dax oder den MSCI World kannst Du als Anleger nicht unmittelbar kaufen. Stattdessen brauchst Du einen Fonds, der den Index möglichst originalgetreu nachbaut. Das nennt man auch einen passiven ETF – passiv deshalb, weil der ETF nicht selbst die Auswahl oder Gewichtung der Unternehmen verändert. Das ist der Job des Index. Seine Spielregeln geben vor, welche Firmen enthalten sind, welche aussortiert werden und welche neu hinzukommen.

Da der MSCI World einer der beliebtesten Aktienindizes für Anleger ist, gibt es für ihn auch viele unterschiedliche ETFs zu kaufen. Der Weltindex MSCI World ist mit seinen rund 1.600 Unternehmen in etwa die Zutatenliste eines Kochrezepts für die einzelnen ETFs. In ihnen steckt somit im Grunde das Gleiche.

Das Gewicht jeder Firma ergibt sich aus dem Börsenwert. Unternehmen mit vielen und wertvollen Aktien beeinflussen den Index stärker als Unternehmen mit weniger und billigeren Aktien. Große ETF-Anbieter sind iShares/Blackrock, Xtrackers/Deutsche Bank, Amundi, UBS und Lyxor. Wenn sie einen ETF auf den MSCI World zusammenstellen, bemühen sie sich, dessen Wertentwicklung so gut wie möglich nachzuahmen. Wenn der MSCI World in einem Jahr um 7 Prozent steigt, sollte ein MSCI-World-ETF also ebenfalls um 7 Prozent steigen.

Welche ETFs sind zu empfehlen?

Wir empfehlen 14 ETFs, die unsere Finanztip-Kriterien für ETFs erfüllen. Die ETFs haben wir in zwei Gruppen eingeteilt: in Fonds, die ihre laufenden Erträge aus Dividenden wieder anlegen (thesaurieren), und in solche, die Gewinne an die Anleger ausschütten. Die Fonds unterscheiden sich zudem in der Art, wie sie den Index nachbilden. Es gibt die sogenannten physisch replizierenden ETFs. Sie kaufen entweder die komplette Aktienliste (vollständige Replikation). Oder sie beschränken sich auf eine Auswahl der im Index enthaltenen Aktien (optimiertes Sampling) und lassen dabei in der Regel die kleinsten Unternehmen weg.
Andere Fonds (synthetisch replizierende ETFs) lassen sich die Wertentwicklung des MSCI World von einer Bank zusichern und gehen mit ihr ein Tauschgeschäft ein. Im ETF-Ratgeber erläutern wir die Unterschiede genauer. Auf die Wertentwicklung hat die Art der Nachbildung aber keinen großen Einfluss. Ein Netto-Index misst die Wertentwicklung der im Index enthaltenen Aktien inklusive Dividenden nach Abzug der Quellensteuer. Das ist eine Kapitalertragssteuer, die ausländische Investoren (die Fondsgesellschaft) an den Staat zahlen müssen, in dem die Aktiengesellschaft ansässig ist.

Wie gut sind wiederanlegende ETFs auf den MSCI World?

Fünf Anbieter haben wiederanlegende ETFs auf den MSCI World im Programm:

  • Amundi (französischer Vermögensverwalter)
  • iShares (gehört zum US-Vermögensverwalter Blackrock)
  • Invesco (US-Fondshaus, hieß früher Source)
  • UBS (Schweizer Großbank)
  • Xtrackers (gehört zur Fondsgesellschaft DWS, Mehrheitsaktionär ist die Deutsche Bank)
Im Fünf-Jahres-Zeitraum 2016 bis 2020 haben alle ETFs eine ordentliche Wertentwicklung hingelegt, fünf der sechs ETFs haben sogar besser abgeschnitten als der Vergleichsindex, einer lag etwas darunter. Am besten schnitt der Invesco-ETF ab (ISIN: IE00B60SX394) und lag knapp über dem renditestärksten ETF des Vorjahrs, dem iShares-ETF (ISIN: IE00B4L5Y983).
Ein Anleger, der Anfang 2016 beispielsweise 10.000 Euro in den Invesco-ETF investierte, hat bis Ende 2020 einen Gewinn von etwa 5.735 Euro erzielt. Beim ETFs von Amundi hätte der Sparer in fünf Jahren rund 5.555 Euro verdient – ein Unterschied von rund 180 Euro. In unserer Analyse von 2021 liegen die vier renditestärksten ETFs ganz eng beieinander, und das, obwohl der synthetische ETF der Marke Xtrackers eine mehr als doppelt so hohe Kostenquote ausweist. Am Ende der Tabelle liegt der Amundi-ETF – der allerdings verglichen mit dem Index selbst nicht mal einen Promillepunkt schlechter in der Wertentwicklung abschneidet.

MSCI-Alternative FTSE Developed Index

Wenn Dein Depotanbieter auch Vanguard-ETFs im Programm hat, können diese eine Alternative für Dich sein. Nach Blackrock ist Vanguard der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt. Unternehmensgründer Jack Bogle gilt als der Erfinder der Indexfonds und damit des Prinzips, gemütlich einem Börsenindex zu folgen, anstatt ihn übertreffen zu wollen. Das Unternehmen selbst ist nicht börsennotiert, sondern genossenschaftlich organisiert: Eigentümer des Unternehmens sind die US-Fonds, die wiederum in der Hand vieler Anleger liegen. Für viele Anleger ist das ein Grund, in Vanguard-Fonds zu investieren.

In Deutschland lassen sich zwei weltweit ausgerichtete ETFs von Vanguard kaufen, die Finanztip-Empfehlungen sind. Vanguard nutzt dabei nicht Indexdaten von MSCI als Referenz für die Wertentwicklung der ETFs, sondern die des britischen Indexanbieters FTSE. 2021 konnte Finanztip erstmals die Indexdaten von FTSE analysieren.

Wie findest Du den besten ETF für Dich?

Welche ETF-Variante die beste Wahl ist, muss jeder Anleger für sich selbst entscheiden. Denk dran – bei der Wertentwicklung haben uns alle hier vorgestellten Finanztip-Empfehlungen überzeugt. Sie unterschieden sich nur wenig voneinander. Ein paar Kriterien helfen Dir aber bei der Wahl. Gutes Gefühl – Auch wenn physische und synthetische ETFs objektiv gesehen vergleichbar sicher sind: Falls Du befürchtest, mit einem synthetischen ETF im Depot nicht ruhig schlafen zu können, solltest Du lieber einen physischen wählen.

Dividenden nutzen – Wenn Du einen ausschüttenden ETF wählst, bekommst Du die Dividenden einmal jährlich gutgeschrieben – und kannst damit machen, was du möchtest. Wer vom Konzept Passives Einkommen überzeugt ist, freut sich über den Geldstrom. Der MSCI World hatte in den vergangenen zehn Jahren meist eine Dividendenrendite zwischen 2 und 3 Prozent. Für Sparer, die nicht mehr als 801 Euro (Singles) oder 1.602 Euro (Verheiratete) im Jahr an Kapitalerträgen erzielen und einen Freistellungsauftrag gestellt haben, entfällt der Steuerabzug. Mehr Informationen dazu findest Du in unserem Detailartikel zur Investementsteuerreform.

Vermögen aufbauen – Sparst Du Dividenden dagegen in einem thesaurierenden ETF an, profitierst Du davon, dass Dividenden das Fondsvermögen mehren und mitverzinst werden. Wenn Du aktuell keine konkrete Verwendung für die Dividenden hast, raten wir Dir eher zu Thesaurierern, die Dir langfristig mehr Rendite bringen. Ein kleines Geldpolster solltest Du übrigens auf Deinem Verrechnungskonto haben, wenn der Jahreswechsel kommt: Seit 2018 wird bei thesaurierenden Fonds jährlich eine Pauschale besteuert. Beim Kauf Geld sparen – ETFs kaufst Du am günstigsten bei Onlinebanken oder Brokern. Im Ratgeber Wertpapierdepot haben wir die besten herausgefiltert.

Scroll to Top