EU-Einlagensicherung

Grundsätzlich gilt: Geht eine Bank innerhalb der Europäischen Union (EU) pleite, sind Einlagen wie Guthaben auf dem Girokonto, Tages- und Festgeld bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich abgesichert. Bei Gemeinschaftskonten, zum Beispiel von Eheleuten, erhöht sich der Schutz auf 200.000 Euro. Die garantierte Summe kann sich auf bis zu 500.000 Euro erhöhen. Das ist dann der Fall, wenn Du wegen besonderer Lebensumstände viel Geld auf dem Konto hast – etwa durch den Verkauf einer selbstgenutzten Immobilie, bei Scheidung, Renteneintritt, einer Abfindung nach einer Kündigung oder Invalidität. Dieser erhöhte Schutzumfang gilt aber nur für sechs Monate, nachdem Du das Geld auf das Konto bekommen hast. Die garantierte Summe beinhaltet auch die Ansprüche auf Zinszahlungen.

Wie funktioniert die Einlagensicherung in Deutschland?

In Deutschland ist die gesetzliche Einlagensicherung so unübersichtlich wie in keinem anderen EU-Land. Ursache ist das komplizierte Bankensystem: Es gibt private Banken wie die Deutsche Bank und die ING. Hinzu kommen die öffentlichen Banken, zu denen etwa die Deutsche Kreditbank AG (DKB) und die Investitionsbanken der Bundesländer zählen. Dann gibt es noch die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken. Zu letzteren gehören alle Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken und PSD-Banken. Jede dieser Gruppen hat ein eigenes Einlagensicherungssystem. Für private Banken ist die Ent­schä­di­gungs­ein­rich­tung deutscher Banken (EdB) zuständig. Sie übernimmt im Auftrag des Bundesfinanzministeriums die gesetzliche Einlagensicherung und Anlegerentschädigung für die privaten Banken in Deutschland. Doch nicht alle Institute, die in Deutschland Tages- und Festgeldkonten anbieten, unterliegen auch der hiesigen Einlagensicherung. Für manche ist die Einlagensicherung des Landes zuständig, in dem die Bank ihren Sitz hat. Die Consorsbank beispielweise ist eine Niederlassung der BNP Paribas und daher Mitglied im französischen Einlagensicherungsfonds. Die Leaseplan Bank gehört dem niederländischen Fonds an. Die EdB finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, die als sogenanntes unselbständiges Sondervermögen des Bundes verwaltet werden. Das bedeutet, dass nicht der Bund, sondern die einzelnen Banken untereinander die Einlagen garantieren. Die EdB gibt weder Auskunft über die Höhe ihrer Mittel noch über den Teil der Spareinlagen, der dadurch tatsächlich abgesichert ist. Nach eigenen Angaben ist die EdB allerdings nicht für eine schwere Krise des gesamten Bankensektors ausgelegt. Wie sicher die Einlagen im Fall einer schweren Systemkrise wären, kann deshalb niemand mit Sicherheit vorhersagen. Bei systemrelevanten Banken, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten, würde aber wahrscheinlich der Staat in die Bresche springen, damit es gar nicht erst zu einer Pleite kommt. Eine gesetzliche Garantie dafür gibt es aber nicht. Zusätzlich zur gesetzlichen Einlagensicherung bieten viele private Banken noch einen zweiten Topf mit größerem Schutzumfang an: Sie sind Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB). Dadurch sollen pro Kunde auch Guthaben oberhalb der gesetzlichen Einlagensicherung abgedeckt sein, je nach Größe der Bank bis zu einer unterschiedlichen Höhe. Falls die Bank überhaupt an diesem zweiten Fonds mitwirkt, schützt sie Guthaben von mindestens 750.000 Euro pro Kunde, maximal 15 Prozent des Eigenkapitals der Bank pro Kunde. Du kannst hier nachschauen, ob Deine Bank auch beim freiwilligen Einlagensicherungsfonds des BdB mitmacht. Zukünftig werden die Privatbanken den Schutzumfang ihres freiwilligen Einlagensicherungsfonds verringern. Ab 2023 sind für Sparer höchstens 5 Millionen Euro bei den beteiligten Banken gesichert. Diese Grenze wird bis zum Jahr 2030 schrittweise auf 1 Million Euro pro Sparer und Bank gesenkt. Allerdings haben Bankkunden im Gegensatz zur gesetzlichen Einlagensicherung keinen rechtlichen Anspruch auf die Entschädigung. Auf Nummer sicher gehst Du, wenn Du Guthaben oberhalb von 100.000 Euro auf mehrere Banken verteilst.

Wie kommst Du bei einer Bankpleite an Dein Geld?

Einen Beispielfall hat Anfang 2021 die Greensill Bank aus Bremen geliefert. Deren Mutterkonzern kam in wirtschaftliche Schwierigkeiten, die Bank meldete Insolvenz an, und die Bankenaufsicht Bafin startete den sogenannten Entschädigungsfall.

Die Greensill Bank gehörte sowohl zur gesetzlichen Einlagensicherung der privaten Banken (EdB) wie auch zur freiwilligen Sicherung der Privatbanken (Einlagensicherungsfonds). Der Einlagensicherungsfonds kontaktierte im März 2021 per Brief alle Sparer und informierte sie über das Verfahren. Im Entschädigungsfall werden Kunden also benachrichtigt, es ist nicht nötig, sich selbst zu melden.

Aufgrund der Größe der Greensill Bank lag die freiwillige Sicherungsgrenze im System der Privatbanken bei rund 75 Millionen Euro pro Anleger. Diese Grenze ist je nach Bank unterschiedlich. Du kannst sie auf der Website des Einlagensicherungsfonds der privaten Banken nachsehen. (Wie weiter oben erklärt, decken Sparkassen und Genossenschaftsbanken Einlagen in unbegrenzter Höhe ab.) Zur Sicherheit empfehlen wir Dir aber, Dich nur auf die gesetzlich vorgesehene Deckungssumme von 100.000 Euro pro Person und Bank zu verlassen, und größere Summen auf mehrere Banken zu verteilen.

Bei der Greensill Bank dauerte es in manchen Fällen etwas länger, bis der Einlagensicherungsfonds die Entschädigung auszahlte – dafür waren zum Beispiel veraltete Kontaktdaten oder Änderungswünsche zum Konto verantwortlich. Sobald die nötigen Angaben vorliegen, sieht das Gesetz eine Frist von sieben Banktagen für die Auszahlung vor. Du solltest Banken grundsätzlich Deine aktuelle Adresse und andere Kontaktinformationen mitteilen.

Knapp drei Wochen nach Start der Prozedur konnte der Bankenverband bekanntgeben, dass die Entschädigung kurz vor dem Abschluss stehe. Übrigens: Wer erst verspätet von einer Pleite seiner Bank erfährt, verpasst so schnell nichts. Der Anspruch auf Entschädigung verjährt erst nach fünf Jahren.

Gesetzliche Einlagensicherung bei Banken aus dem EU-Ausland

Die Angebote mit den höchsten Zinsen für Tagesgeld und Festgeld stammen meist von Banken, die ihre Lizenz nicht aus Deutschland haben, sondern aus einem anderen Staat der EU. Am deutschen Markt sind vor allem Banken mit niederländischer, französischer oder österreichischer Zulassung vertreten. Die Abwicklung von Schadensfällen ist seit Anfang Juli 2015 deutlich vereinfacht. Sparer müssen sich bei einer Pleite nicht mehr mit der jeweiligen Ent­schä­di­gungs­ein­rich­tung im Ausland auseinandersetzen. Entschädigungszahlungen laufen automatisch über das deutsche Einlagensicherungssystem im Auftrag der ausländischen Einrichtung. Auch die Zahlungsfrist hat sich verkürzt: Seit dem 1. Juni 2021 muss die Ent­schä­di­gungs­ein­rich­tung spätestens nach zehn Tagen zahlen, ab 2024 verkürzt sich der Zeitraum auf sieben Tage (wie es schon jetzt in Deutschland der Fall ist). Zuvor hatte die Frist 20 Tage betragen.

Unsere Testberichte & Empfehlung zur Geldanlage

Sichere Anlageplattformen

Zinspilot: Erfahrungen, Tests, Berichte

Zinspilot.de Bewertung:  4.3/5 Das Wichtigste in Kürze: Zinspilot ist eine Zinsplattform, mit der Anleger in Deutschland Tagesgeld- und Festgeldangebote bei Banken im europäischen Ausland …

Read More →
Sichere Anlageplattformen

Zinsgurus: Bessere Zinsen, viel Auswahl – Erfahrungen und Test

Bewertung:  5/5 Das Wichtigste in Kürze: ist vor allem eine Zinsplattform: Mit einem -Konto können Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz Festgeld- und …

Read More →
Sichere Anlageplattformen

Weltsparen by raisin: Bessere Zinsen – Erfahrungen und Test

Weltsparen.de Bewertung:  4.5/5 Das Wichtigste in Kürze: Weltsparen ist vor allem eine Zinsplattform: Mit einem Weltspar-Konto können Kunden in Deutschland Festgeld- und Tagesgeldkonten bei …

Read More →
Sichere Anlageplattformen

Savedo: Zinsplattform für EU-Festgelder

Savedo.de Bewertung:  4/5 Das Wichtigste in Kürze: Wichtig: Seit dem 01.01.2021 sind keine Neuabschlüsse von Festgeldprodukten mehr über Savedo.de möglich. Partnerbanken von SAVEDO werden …

Read More →
ETF-Vergleich

Indexfonds als „Best Of“ der Weltwirtschaft

Das Wichtigste in Kürze: Der Weltaktienindex MSCI World fasst Aktien der 1.600 größten börsengehandelten Unternehmen aus 23 Industrieländern zusammen. Mit dieser breiten Verteilung bildet der …

Read More →
Sichere Anlageplattformen

DB ZinsMarkt: Niedrige Zinsen bei Deutschlands größtem Institut

DB ZinsMarkt Bewertung:  3/5 Das Wichtigste in Kürze: Die Deutsche Bank zahlt nur niedrige Zinsen auf das Festgeld. Kunden können nicht vorzeitig auf das …

Read More →
Scroll to Top